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Kryptowährungen: Was steckt hinter dem Hype?

Geschrieben von Roman | 17. Januar 2018 16:50:00 Z

Unser heutiges Geldsystem basiert auf Fiat-Geld: Staaten kontrollieren die Ausgabe, Zentralbanken drucken Scheine, und das Geld verliert mit der Zeit an Wert – Inflation. Kryptowährungen funktionieren grundlegend anders. Kein Staat, keine Bank, keine Druckerpresse.

Ob sie das Geldsystem tatsächlich revolutionieren – die Zeit wird es zeigen. Dass sie es verändern, steht kaum noch zur Diskussion.

Was Kryptowährungen von gewöhnlichem Geld unterscheidet.

Der Name stammt vom griechischen «kryptos» – verschlüsselt, verborgen. Kryptowährungen existieren nicht auf Papier, sie werden elektronisch erzeugt und in sogenannten E-Wallets gespeichert. Diese digitalen Zahlungsanbieter funktionieren ähnlich wie PayPal – aber ohne Bank als Zwischeninstanz.

Fiat-Geld (heute)

  • Von Staaten ausgegeben und reguliert
  • Verliert durch Inflation an Wert
  • Kann gestohlen, verbrannt, verloren gehen
  • Zentralisiert über Banken verwaltet

Kryptowährung

  • Dezentral, nicht staatlich regulierbar
  • Begrenzte Menge – kein Inflationsrisiko
  • Digital verschlüsselt, nicht physisch zerstörbar
  • Direkte Transaktion ohne Zwischeninstanz

Bitcoin: Wie die bekannteste Kryptowährung entsteht.

Bitcoin ist die bekannteste und aktuell wertvollste Kryptowährung. Grundlage ist die Blockchain-Technologie: ein dezentrales System, das digitale Transaktionen für niedrige Gebühren und ohne Mittelsmann ermöglicht.

Bitcoins werden nicht gedruckt – sie werden «geschürft». Beim sogenannten Mining lösen Spezialcomputer hochkomplexe Rechenaufgaben und erzeugen dabei neue Einheiten der Währung. Die maximale Gesamtmenge ist von Anfang an begrenzt – was Bitcoin grundsätzlich inflationsgeschützt macht.

In der Schweiz kann man bei verschiedenen Anbietern und einzelnen Kommunen bereits mit Bitcoin bezahlen. In Japan gilt Bitcoin seit 2017 offiziell als anerkanntes Zahlungsmittel.

Weitere bekannte Kryptowährungen.

Bitcoin ist nicht allein. In den letzten Jahren haben sich mehrere Alternativen etabliert, die gekauft und gehandelt werden können.

 
Ethereum Neben Bitcoin die bekannteste Alternative – mit einem breiteren Anwendungsbereich als reines Zahlungsmittel.
 
Litecoin Schnellere Transaktionszeiten als Bitcoin – oft als «das Silber zu Bitcoins Gold» bezeichnet.
 
Z-Cash Legt besonderen Fokus auf Anonymität und Datenschutz bei Transaktionen.

Hype – und berechtigte Skepsis.

Der Bitcoin-Boom wurde 2017 durch Investitionen grosser Unternehmen weiter angeheizt. Neben der Euphorie gibt es aber auch kritische Stimmen – und sie haben Argumente.

Hackerangriffe auf E-Wallets und Kryptobörsen haben gezeigt: Auch digitales Geld ist nicht unverwundbar. Wer in Kryptowährungen investiert, trägt ein Risiko, das sich vom klassischen Finanzmarkt deutlich unterscheidet.
Die Technologie dahinter ist real und robust. Welche Währungen sich langfristig durchsetzen werden – das ist noch völlig offen.

Kryptowährungen sind kein Hype – sie sind eine Technologie, die ernst genommen werden will.

2018 steht die Geschichte der Kryptowährungen erst am Anfang. Die Blockchain-Technologie dahinter ist innovativ und real. Ob Bitcoin das Papiergeld tatsächlich ersetzt, bleibt offen. Dass digitale Währungen unser Geldsystem langfristig verändern werden – daran zweifeln immer weniger.