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Mobilität 2.0: pfiffig, individuell, flexibel.

Geschrieben von Roman | 15. August 2016 17:11:00 Z

Die Zukunft der Mobilität hat begonnen – und sie sieht anders aus als erwartet. Kein Lenkrad, kein Taxifahrer, keine festen Fahrpläne. Was die Technikbranche gerade auf den Markt bringt, verändert nicht nur das Reisen. Es verändert ganze Industrien.

Was für den einen Komfort bedeutet, ist für den anderen Existenzbedrohung.

Tesla und Uber: Noch belächelt, schon Realität.

Noch vor wenigen Jahren hätte man beide Trends kaum ernst genommen. Selbstfahrende Autos? Die Technik war nicht ausgereift, Haftungsfragen ungeklärt. Private Fahrdienstleister als Konkurrenz für Taxis? Zu nischig, zu wenig reguliert.

2016 sieht das anders aus. Tesla veröffentlicht kontinuierlich neue Testergebnisse für autonomes Fahren – nicht alle fehlerlos, aber der Fortschritt ist unübersehbar. Uber setzt sich über gerichtliche Anordnungen hinweg, ignoriert einstweilige Verfügungen und wächst trotzdem – oder gerade deswegen.

Dass man grossen und kleinen Taxiunternehmen scharfe Konkurrenz macht und ihre Existenz gefährdet, nimmt man bei Uber für den eigenen Erfolg billigend in Kauf.

Die Nachfrage steigt trotzdem unaufhörlich. Besonders junge Kunden, die gewohnt sind, Dienstleistungen schnell und unkompliziert per App zu buchen, sehen das Auto längst nicht mehr als Statussymbol. Flexibel, individuell, auf Abruf – das ist das Mobilitätsprofil einer ganzen Generation.

Die Mobilität der Zukunft dürfte darin liegen, private Fahrdienstleistungen so einfach zu nutzen wie heute den öffentlichen Personennahverkehr.

Ökologie als Treiber – nicht nur Technik.

Hinter dem Wandel steckt mehr als Bequemlichkeit. Ein Wertewandel macht sich bemerkbar, getragen von einer Generation, die sich verantwortungsvoller mit Energie und Umwelt auseinandersetzt als ihre Vorgänger.

Geteilte Mobilität

  • Carsharing – Mobility
  • Sharooo (flexible Fahrzeuganmietung)
  • BlaBlaCar (private Mitfahrgelegenheiten)

Was dahintersteckt

  • Weniger Fahrzeuge im Umlauf
  • Ressourcen effizienter nutzen
  • Internet als Koordinationsschicht

Das Potenzial dieser Entwicklungen ist heute noch nicht vollständig abzuschätzen. Und die Halbwertzeit neuer Trends in diesem Bereich ist kurz. Was 2016 als revolutionär gilt, könnte in wenigen Jahren schon wieder überholt sein – ersetzt durch etwas, das wir heute noch nicht kennen.

Was für den Autofahrer Komfort bedeutet, wird für die Automobil- und Erdölindustrie zum Albtraum. Die Nachfrage und das Profil der Käufer ändern sich drastisch.

Die Zukunft der Mobilität hat begonnen – und sie wartet nicht.

Tesla, Uber, Carsharing, BlaBlaCar: Die Zeichen stehen 2016 klar auf Wandel. Wer die Entwicklung verfolgt, erkennt ein Muster: Technologie und ein verändertes Wertesystem junger Generationen treiben gemeinsam einen Umbau der Mobilität voran, der vor keiner Branche haltmacht. Man darf gespannt sein, wie schnell sich die Trends der nächsten Jahre überholen werden.