Die Mobilität 2.0 ist pfiffig, individuell und flexibel

Tesla sorgt mit einem selbstfahrenden Auto für Furore, der Dienstleister Uber ist zum ernsthaften Konkurrenten für Taxiunternehmen avanciert. Die Zukunft der Mobilität hat begonnen, und man darf gespannt sein, wie sich die aktuellen Trends in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Was für den Autofahrer oder für den Reisenden von Vorteil ist, wird für die Automobil- und Erdölindustrie zum Albtraum. Die Nachfrage und das Profil der Käufer werden sich drastisch ändern, die gesamte Branche erscheint plötzlich in einem neuen Licht.

Tesla und Uber weisen den Weg

Noch vor wenigen Jahren hätte man beide Trends belächelt: Weder selbstfahrende Autos noch private Fahrdienstleister schienen sich einer grossen Nachfrage zu erfreuen. Die Techindustrie war noch nicht so weit, dass ein Personenkraftwagen ohne Fahrer am Steuer selbst fahren konnte. Weder war die Technik so ausgereift, dass ein gefahrloser Transport möglich war, noch waren juristische Fragen der Haftung geklärt. Doch diese Zeiten sind vorbei. Das Unternehmen Tesla sorgt seit Wochen für Aufruhr am Markt und veröffentlicht kontinuierlich neue Testergebnisse. Nicht alle sind zu 100 Prozent erfreulich, doch sie zeigen, wie hart derzeit in der Automobilindustrie gearbeitet wird, um den Traum vom unbemannten Fahren wahr werden zu lassen.

Ähnlich sieht es bei Uber aus. Der private Fahrdienst setzt sich über gerichtliche Anordnungen hinweg und missachtet einstweilige Verfügungen, die eine Einstellung der Dienstleistung bewirken wollen. Dass man grossen und kleinen Taxiunternehmen scharfe Konkurrenz macht und ihre Existenz gefährdet, nimmt man für den eigenen Erfolg billigend in Kauf. Doch die Nachfrage nach der Transportdienstleistung ausserhalb des klassischen Taxigewerbes steigt unaufhörlich. Gerade junge Kunden sind es gewohnt, Dienstleistungen aller Art schnell und bequem über das Internet zu nutzen. Sie sind die Zukunft der Techindustrie, denn sie sehen das Auto nicht mehr als Statussymbol und sind gerne bereit, sich von einem privaten Fahrer bequem und flexibel an jedem beliebigen Ort abholen und zu jedem Standort bringen zu lassen. Die Mobilität der Zukunft dürfte unter anderem darin liegen, private Fahrdienstleistungen aller Art so einfach zu nutzen wie den heutigen öffentlichen Personennahverkehr.

Ökologische Impulse als Anreiz

Noch vor wenigen Jahren belächelt, macht sich in unserer Gesellschaft ein Wertewandel bemerkbar, der verstärkt an ökologischen Fragen ansetzt. Es ist der Wunsch der jungen Generation, sich verantwortungsvoll mit vorhandenen Energien und mit unserer Umwelt auseinanderzusetzen. Geschäftsmodellen wie Carsharing (Mobility, Sharoo) oder flexiblen privaten Mitfahrgelegenheiten (BlaBlaCar)gehört die Zukunft. Sowohl die Entwicklungen in der Techindustrie als auch die Nutzung des Internets haben den Weg geebnet für neue und ökologisch ausgerichtete Ansätze, deren Potenzial heute noch nicht vollständig abzuschätzen ist. Doch es steht zu erwarten, dass Trends wie das fahrerlose Auto und der private Fahrdienst in einigen Jahren bereits aus der Mode geraten sind. Dafür könnte schon die kurze Halbwertzeit der neuen Entwicklungen sorgen.